Wärmeschublade – ja oder nein? - Gorenje
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Der Gorenje Ratgeber
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Wärmeschublade – ja oder nein?

In der Gastronomie gehören Wärmeschubladen zur Basisausstattung einer professionellen Küche. Nun entdecken auch immer mehr Hobbyköche die praktischen Funktionalitäten dieses Hausgeräts für sich. Doch lohnt sich die Anschaffung wirklich? Und was genau ist eine Wärmeschublade überhaupt? Wo wird sie verbaut und wofür lässt sie sich verwenden? Um Ihnen einen Überblick zu geben und die Kaufentscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Wärmeschublade für Sie zusammengetragen.

Was ist eine Wärmeschublade?

Auch wenn es zunächst innovativ klingt: Wärmeschubladen sind keine Entwicklung der letzten Jahre. Schon mit Kohle beheizte Küchenöfen verfügten über separate Einschübe, die zum Warmhalten von Speisen oder Geschirr dienten. Neu ist jedoch, dass moderne Varianten elektrisch funktionieren und eine individuelle Temperatureinstellung nach Bedarf erlauben. Meist verfügen sie über ein Nutzvolumen von etwa 20 Litern und sind mit beheizten Glasflächen ausgestattet. Über ein praktisches Bedienfeld lässt sich eine Temperatur zwischen 40 und 80 Grad einstellen, die sich dank eines Ventilators gleichmäßig verteilt. Vorkonfigurierte Programme erleichtern die Handhabung zusätzlich. Grundsätzlich können Sie in einer Wärmeschublade so ziemlich alles erwärmen. Egal ob Sie Teller, Tassen oder Schüsseln auf eine angenehme Temperatur bringen, Gefriergut auftauen oder das Essen bis zum Servieren warm halten möchten – eine Wärmeschublade lässt sich vielfältig nutzen.


Wärmeschublade: wo einbauen?

Wärmeschublade einbauen
Wärmeschubladen werden in der Regel als Einbaugeräte in die Küche integriert. Aus praktischen und ästhetischen Gründen finden sie meist unterhalb des Backofens einen festen Platz. Aber auch an jeder anderen Stelle lässt sich das Zusatzgerät montieren – vorausgesetzt, es befindet sich ein Stromanschluss in erreichbarer Nähe. Damit Sie sich bei der Bedienung der Schublade nicht bücken müssen, empfiehlt sich der Einbau in gut erreichbarer Höhe. Da Wärmeschubladen in der Regel die übliche Breite von Küchenschränken und -geräten aufweisen, fügen sie sich optimal ins Gesamtbild ein.

Was kann eine Wärmeschublade?

Wärmeschubladen erweisen sich als echte Multitalente, die vielfältige Aufgaben übernehmen. Je nachdem, wofür Sie das Gerät einsetzen möchten, stehen verschiedene Programme mit unterschiedlicher Dauer und Temperatureinstellung zur Verfügung. Auch eine manuelle Programmierung ist möglich. Zu den wichtigsten Einsatzmöglichkeiten zählen:

  • Teller und Tassen erwärmen
  • Warmhalten von Gerichten
  • Tiefkühlgut auftauen
  • Niedrigtemperaturgaren
  • Zubereiten von Joghurt
  • Hefeteig gehen lassen
  • Dörren oder Trocknen
Wärmeschublade

Geschirr vorwärmen

Das Problem ist wohl jedem Feinschmecker wohlbekannt: Selbst wenn das Essen noch so dampfend heiß serviert wird, auf einem kalten Teller erreicht es im Nu einen lauwarmen Zustand und will nicht mehr so recht schmecken. Mit angewärmtem Geschirr vermeiden Sie dieses Szenario und genießen Ihre Mahlzeit bis zum letzten Bissen in bestem Zustand. Wärmeschubladen verfügen meist über ein Fassungsvermögen von mehreren Maßgedecken, sodass auch Ihre Gäste von warmen Tellern profitieren. Tassen lassen sich hier ebenfalls anwärmen, damit Heißgetränke ihrem Namen auch gerecht werden.

Empfohlene Temperatur: etwa 80 °C

Speisen warmhalten

Haben sich die Essensgäste verspätet oder möchten Sie bereits vorbereitete Beilagen bis zum Servieren nicht kalt werden lassen, erweist sich eine Wärmeschublade als praktischer Assistent. Anders als beim Warmhalten auf der Kochplatte besteht hier weder die Gefahr des Anbrennens, noch verkocht das Essen allzu schnell. Um perfekt vorbereitet zu sein, platzieren Sie die Beilage oder das Fleisch bereits auf dem Teller angerichtet in der Wärmeschublade und stellen die ideale Serviertemperatur ein.

Empfohlene Temperatur: 60-80 °C

Auftauen von Tiefgekühltem

Im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur brauchen gefrorene Lebensmittel sehr lange, um aufzutauen. Mit einer Wärmeschublade lässt sich das Ganze enorm beschleunigen. Anders als bei anderen Auftaumethoden gelingt dies zudem besonders schonend und es bleiben auch hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie Vitamine erhalten. Somit kann die Zubereitung leckerer und gesunder Menüs zügig beginnen und Sie müssen nicht am Abend zuvor ans Auftauen denken.

Empfohlene Temperatur: etwa 40 °C

Mit Wärmeschublade auftauen

Niedrigtemperaturgaren

Wärmeschubladen eignen sich hervorragend zum Niedrigtemperatur- oder Saftgaren. Vor allem bei Fleisch erreichen Sie damit sensationelle Ergebnisse. Bei dieser Art der Zubereitung lassen Sie das Steak oder den Braten nach kurzem Erhitzen in der Pfanne bei konstant niedrigen Temperaturen mehrere Stunden garen. Dadurch wird das Fleisch wunderbar zart und saftig. Die enthaltenen Nährstoffe und Aromen bleiben beim Garziehen unberührt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie den Prozess weder beaufsichtigen noch das Gargut wenden müssen.

Empfohlene Temperatur: 60-80 °C

Joghurt zubereiten

Wer seinen Joghurt gern selbst zubereitet, ist mit einer Wärmeschublade ebenfalls bestens beraten. Um den leckeren Nachtisch oder Frühstückssnack selbst herzustellen, erhitzen Sie frische Milch und lassen sie auf etwa 40 °C abkühlen. Nach der Zugabe von weißem Joghurt mit Kulturen füllen Sie die gewünschte Menge in saubere Gläser, die Sie mittig in der Schublade positionieren. Ein eigens zur Joghurtzubereitung vorgesehenes Programm läuft nun etwa vier Stunden. Anschließend benötigt das selbstgemachte Milchprodukt noch circa zehn Stunden, um im Kühlschrank nachzureifen.

Empfohlene Temperatur: etwa 40 °C

Jogurt aus Wärmeschublade

Hefeteig ruhen lassen

Auch wenn Hefeteig der beliebteste Teig der Deutschen überhaupt ist, stellt er für eher ungeübte Hobbybäcker ein Mysterium dar. Neben dem richtigen Verhältnis der Zutaten bestimmt auch eine ausreichende „Geh-Zeit“ bei optimalen Temperaturen die Qualität des Ergebnisses. Dabei gilt: Abgesehen von Pizzateig, der vorzugsweise im Kühlschrank ruht, mögen es Hefeteige eher warm. Eine Wärmeschublade sorgt dafür, dass der Teig die perfekte Konsistenz zur Weiterverarbeitung erreicht und locker-luftig aufgeht.

Empfohlene Temperatur: 35-50 °C

Trocknen und Dörren

Mit Wärmeschublade doerren

Trockenobst ist nicht nur gesund, sondern auch lecker. Mit einer Wärmeschublade verwandeln Sie Obst, das übrig ist oder das zur Erntezeit im Garten in zu großen Mengen zur Verfügung steht, innerhalb kurzer Zeit in einen haltbaren Snack für den Genuss zwischendurch oder das Frühstücksmüsli. Auch Kräuter können Sie auf diese Weise trocknen und so länger nutzbar machen. Um die wertvollen ätherischen Öle zu erhalten, sollten Sie die Temperatur dabei jedoch nicht zu hoch wählen.

Empfohlene Temperatur: 30-40 °C

Wie viel Energie verbraucht eine Wärmeschublade?

Mit Blick auf die Umwelt und das Streben nach einer optimierten Energiebilanz stellt sich die Frage, wie viel Strom eine Wärmeschublade benötigt. Im Vergleich zu Backöfen, Dampfgarern oder Kochfeldern ist der Verbrauch äußerst gering. Die meiste Energie benötigt das Gerät in der Aufwärmphase. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, schaltet sich die Heizung bei den Geräten von Gorenje nur noch selten zu, denn eine gute Isolierung hält die Wärme zuverlässig im Inneren der Schublade. Somit erweist sich beispielsweise das Niedrigtemperaturgaren in der Wärmeschublade als deutlich energiesparender als andere Zubereitungsmethoden.

Fazit: Eine Wärmeschublade lässt sich vielseitig nutzen und bietet einen echten Mehrwert

Anders als Primärgeräte wie Backofen oder Kühlschrank ist eine Wärmeschublade sicher entbehrlich. Gleichwohl erleichtert sie viele Prozesse in der Küche und ermöglicht Zubereitungsmethoden, die andere Küchengeräte nicht bieten können. Wer sich mehr Komfort wünscht und die Vorbereitung umfangreicher Menüs entspannter gestalten möchte, für den lohnt sich die Anschaffung durchaus.